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Kanton Zürich
Position
Die Sprachenpolitik für die Volksschule
des Kantons Zürich orientiert sich an den Leitgedanken des
Zürcher Bildungsrates vom 5. Dezember 2000, am Strategiebeschluss
der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
(EDK) vom 25. März 2004 sowie am HarmoS-Konkordat (Art. 4)
vom 14. Juni 2007. www.edk.ch
Das Sprachenlernen ist seit einigen Jahren ein bildungspolitisches
Schwerpunktthema. In Übereinstimmung mit den europäischen
und gesamtschweizerischen Zielen fördert auch der Kanton Zürich
in den Volksschulen die lokale Standardsprache (Hochdeutsch) und
das Lernen von zwei Fremdsprachen von der Primarschule an. Mit geeigneten
Lernmethoden sollen die Kinder ganzheitlich unterrichtet und gefördert
werden. Der Kanton Zürich setzt sich für einen Sprachenunterricht
ein, der Kinder und Jugendliche wirkungsvoll auf ihre berufliche
Zukunft in der Schweiz und in der globalisierten Welt vorbereitet.
Angestrebt wird in der öffentlichen Schule das bestmögliche
Bildungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler.
Ziel ist eine funktionale Mehrsprachigkeit für alle. Zurzeit
stehen die folgenden Leitgedanken im Vordergrund:
// Deutsch
Verstärkte Förderung der deutschen Standardsprache in
der gesamten Schulzeit, zu der ab Schuljahr 2009/10 auch die Kindergartenstufe
zählt. (Der Kindergarten des Kantons Zürich ist seit 1.
Januar 2008 kantonalisiert.)
// Spracherwerb/Sprachenlernen
Der schulisch gesteuerte Spracherwerb muss früh beginnen und
sich an altersgerechten Grundsätzen orientieren.
// Englisch und Französisch
In der Primarschule werden erste grundlegende Kenntnisse in Englisch
und Französisch erworben. Mit der Einführung des Englischunterrichts
in der Primarschule wurde das Fach Französisch nicht abgebaut,
sondern im bisherigen Umfang beibehalten. Für die beiden Fächer
gelten die folgenden wöchentliche Lektionendotationen:
| |
2. Klasse |
3. Klasse |
4. Klasse |
5. Klasse |
6. Klasse |
| Englisch |
2 |
2 |
3 |
2 |
2 |
| Französisch |
- |
- |
- |
2 |
2 |
Stand des Sprachenunterrichts Schuljahr
2008/09
Mit dem Schuljahr 2006/2007 ist im ganzen Kanton Zürich der Mit
Beschluss des Bildungsrates vom 15. März 2004 wurde Englisch
ab der 2. Primarklasse zu einem obligatorischen Fach. Den 168 Schulgemeinden
des Kantons Zürichs standen für die Einführung des
Englischunterrichts auf der Primarstufe per Bildungsratsbeschluss
drei „Zeitfenster“ offen: die Schuljahre 2004/05, 2005/06
und 2006/07. Die Schulgemeinden im Einzugsgebiet einer Oberstufenschule
wurden angehalten, die Einführung zu koordinieren. Die Einführung
verlief wie folgt:
2004/05
2005/06
2006/07
|
16 Gemeinden
100 Gemeinden (einschl. Stadt Zürich)
52 Gemeinden |
Die Schülerinnen und Schüler
der ersten Kohorte, die im Schuljahr 2004/05 mit dem Englischunterricht
begannen, treten im Schuljahr 2009/10 in die Sekundarstufe über.
//Lehrmittel
Für die drei Schulstufen wurden bzw. werden in Zusammenarbeit
mit der Interkantonalen Lehrmittelzentrale ILZ (www.ilz.ch)
neue Lehrmittel für den Englischunterricht entwickelt. Diese
berücksichtigen die neuesten fachdidaktischen Erkenntnisse
und unterstützen einen inhalts- und handlungsorientierten Englischunterricht.
Ziel ist es, Lehrmittel anzubieten, die ein stufenübergreifendes
Konzept befolgen.
(I) Unterstufe (2. und 3. Schuljahr): "first choice"
Die Unterrichtsmaterialien "first choice" mit 10 Heften,
die Themen aus dem Fachbereich "Mensch und Umwelt" aufgreifen,
sind beim Lehrmittelverlag des Kantons Zürich erhältlich.
Sie wurden auch ins Sortiment der Interkantonalen Lehrmittelzentrale
ILZ aufgenommen.
(II) Mittelstufe (4. bis 6. Schuljahr): „Explorers“
Für die Mittelstufe wird unter der inhaltlichen Federführung
der Pädagogischen Hochschule Zürich das Lehrmittel „Explorers“
entwickelt. Die beiden Bände für das 4. und 5 Schuljahr
sind bereits erschienen, der Band für das 6. Schuljahr steht
ab Schuljahr 2008/09 zur Verfügung. In Vorbereitung ist zudem
ein Assessment Pack mit Beurteilungsinstrumenten, die auf den Lehrplan
und das Lehrmittel abgestimmt sind und den Teilkompetenzen entsprechen,
die ab Schuljahr 2007/08 im neu eingeführten Zürcher Primarschulzeugnis
ausgewiesen werden.
(III) Sekundarstufe I (7. bis 9. Schuljahr): „Voices“
Das Feinkonzept für ein interkantonales Lehrmittel für
die Oberstufe wurde im Dezember 2006 vom Zürcher Bildungsrat
genehmigt und die Manuskriptarbeiten wurden im Januar 2007 aufgenommen.
Gemäss Produktionsplan steht der Band für die 7. Klasse
ab Schuljahr 2009/10 rechtzeitig für die ersten auf die Sekundarstufe
übertretenden Kinder zur Verfügung.
//Lehrplan Englisch Primarschule
Ab Schuljahr 2006/07 gilt auf der Primarstufe der neue Fachlehrplan
Englisch, der im Auftrag der EDK-Ost von der Pädagogischen
Hochschule Zürich (PHZH) entwickelt und von der Plenarversammlung
der EDK-Ost genehmigt wurde.
//Elternbroschüre „Englisch in der Volksschule“
Für Eltern, aber auch für Behörden und Lehrpersonen,
wurde unter der Federführung der Interkantonalen Lehrmittelzentrale
ILZ eine Broschüre zum Englischunterricht an der Volksschule
herausgegeben, die beim Lehrmittelverlag des Kantons Zürich
bezogen werden kann.
//Europäisches Sprachenportfolio & LinguaLevel
Der Bildungsrat des Kantons Zürich genehmigte im April 2007
für die Zürcher Volksschule ein kantonales Einführungskonzept
für das Europäische Sprachenportfolio. In Abstimmung mit
den meisten übrigen Kantonen der Deutschschweiz erfolgt die
flächendeckende kombinierte Einführung von ESP und LinguaLevel
in zwei Phasen. Die verschiedenen Stufenausgaben des ESP haben in
der ersten Phase (2007/08 bis 2009/10) den Status „zugelassen“
und die Verwendung ist feiwillig. Für die Phase 2 ab Schuljahr
2009/10 entscheidet der Bildungsrat auf der Grundlage eines Zwischenberichtes
über die obligatorische Einführung von ESP und LinguaLevel.
Die Weiterbildung der Lehrerschaft begann im Schuljahr 2007/08.
Die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) hat hierzu im
Auftrag der Bildungsdirektion ein Kursprogramm für die Lehrerschaft
konzipiert, das die folgenden drei Angebote umfasst:
| (1) |
Informationsveranstaltungen
für Lehrerschaft und Behörden (Umfang: 1 Halbtag)
|
| (2) |
Grundkurse für Lehrpersonen, die ESP/LinguaLevel einsetzen
(Umfang: 3 Halbtage)
|
| (3) |
Kaderkurs für ESP-Multiplikator/innen (Umfang: 5 Halbtage) |
//Deutsch als Zweitsprache
Schülerinnen und Schüler, die eine nicht-deutsche Erstsprache
(Muttersprache, Familiensprache) haben, lernen Deutsch als Zweitsprache
(DaZ). Sie werden bei Bedarf unterstützt durch einen zusätzlichen
DaZ-Unterricht (siehe auch Dokumentation unten).
// Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK)
In den Kursen in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) können
die mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen
in ihrer Muttersprache und ihre Kenntnisse über die Herkunftskultur
erweitern (siehe auch Dokumentationen unten).
//Zeugnisse
Analog der Darstellung im neuen Zeugnis für die Sekundarstufe
I gilt ab Schuljahr 2007/08 auch auf der Primarstufe eine differenzierte
Darstellungsform für die Bewertung der Schülerleistungen
in Deutsch und in den Fremdsprachen: Es wird eine Gesamtnote erteilt,
zusätzlich werden aber noch die vier Teilkompetenzen Hörverstehen,
Leseverstehen, Sprechen und Schreiben gemäss Lehrplan bewertet.
Damit soll gewährleistet werden, dass nicht allein sprachproduktive
Fertigkeiten beurteilt werden. Die Verstehenskompetenzen sollen
so aufgewertet werden, da sie beim Sprachenlernen am Anfang stehen
und bisher in der Schule zu wenig beachtet oder als selbstverständlich
vorausgesetzt wurden. In der 2. und 3. Klasse der Primarstufe wird
in Englisch keine Note erteilt.
Planung für die Weiterentwicklung des
Fremdsprachenunterrichts
Die Bildungsdirektion hat in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen
Hochschule Zürich (PHZH) ein modular aufgebautes Weiterbildungs-programm
zur Nachqualifikation der Englischlehrpersonen auf der Sekundarstufe
entwickelt. Das Programm umfasst die folgenden vier Module: Fremdsprachenkompetenz;
Methodenkompetenz; Englisch auf der Primarstufe; Lehrmitteleinführung.
Die Genehmigung durch den Bildungsrat ist noch ausstehend. Der Beginn
der Nachqualifikation ist für Sommer 2008 geplant.
Ausserdem bietet die PHZH eine Ausbildung für Primarlehrpersonen
englischer Muttersprache an, die dann als Fachlehrpersonen an Zürcher
Primarschulen Englisch unterrichten können.
Die deutsche Standardsprache wird in der gesamten Schulzeit verstärkt
gefördert, indem sie schriftlich, aber auch als gesprochene Sprache
konsequent ab dem ersten Schuljahr als Unterrichtssprache verwendet
wird. Für Schulen mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Kinder
werden zudem unterstützende Angebote erarbeitet. In diesem Zusammenhang
sind die beiden Broschüren „Qualitätsmerkmale zum
Handlungsfeld Sprachförderung“ und „Praxisbeispiele
zur Sprachförderung“ publiziert worden, die beim Volksschulamt
des Kantons Zürich bezogen werden können: ikp@vsa.zh.ch
Die Abteilung Pädagogisches des Volksschulamtes hat mit der Ausarbeitung
eines Gesamtsprachenkonzeptes („Entwicklungsplan Sprachen“)
für den Kanton Zürich begonnen. Es ist vorgesehen, dieses
im Verlaufe des Jahres 2008 dem Bildungsrat zur Genehmigung vorzulegen.
Informationen und Dokumentationen (inkl. Lehrpläne) sind unter
der Rubrik „Pädagogische Themen“ auf der Homepage
des Volksschulamtes des Kantons Zürich abrufbar: www.volksschulamt.zh.ch
Dokumente
Bildungsratsbeschluss Einführung ESP & LinguaLevel (04/2007) Bildungsratsbeschluss Einführung Lehrplan Englisch PS (09/2006) Bildungsratsbeschluss Schaffung neues Englischlehrmittel OS (12/2006) Deutsch als Zweitsprache (DaZ) HSK: Rahmenlehrplan (deutsch) HSK: Elterninformation (deutsch) Schulprojekt 21: Schlussbericht 1. Teil Schulprojekt 21: Schlussbericht 2. Teil Schulprojekt 21: Das dritte Schuljahr Motivation im Fremdsprachenunterricht Bildungsratsbeschluss Englisch Primarschule (ZH) Fachgutachten der PHZH: "Zwei Femdsprachen an der Primarschule"
Kontaktperson
Brigitte Mühlemann
Leiterin Abteilung Pädagogisches
Tel. 043 259 22 62 (Sekretariat)
paedagogisches@vsa.zh.ch
Links
• Volksschulamt
des Kantons Zürich - Sprachenseite
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